Als 8-Jährige beschliesst Brigitte Rindlisbacher, dass sie als Erwachsene mit der UNO für den Frieden einsetzen will. 3 Jahre nach der Lehre als Chemielaborantin tritt sie dem Rotkreuzdienst (RKD) des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) bei. Nach langjähriger Tätigkeit in einem Forschungslabor im Inselspital erfüllt sich 1989 der Traum: In einem Labor leistet sie ihren Einsatz in der UNO-Mission in Namibia.
Nach der Rückkehr gelingt ihr der berufliche Wechsel in die Abteilung Friedenserhaltende Operationen des heutigen VBS: Als logische Konsequenz absolviert Brigitte Rindlisbacher — als 1. Schweizerin — die Ausbildung zum UNO-Militärbeobachter und wird als 1. Frau in dieser Funktion in Kroatien–Montenegro eingesetzt. Nach diesem Einsatz verlässt sie nach fast 10 Jahren die Stelle im VBS.
Nach kurzer, erfolgreicher Aufbauarbeit bei Manpower kehrt sie für eine befristete Stelle ins VBS zurück. Durch die Ausbildung zur dipl. Erwachsenenbildnerin HF steigert sie ihren beruflichen Marktwert weiter. Als Projektleiterin entwickelt sie beim SRK eine Teilstrategie — später wird sie zur Chefin Rotkreuzdienst (C RKD) gewählt. Während 15 Jahren, bis zu ihrer Pensionierung, schafft sie den Spagat zwischen dem SRK und dem VBS: Ihr obliegt es, mit ihrem Team einen VBS-finanzierten Leistungsvertrag zwischen den Organisationen zu erfüllen.
Erfolgreich im extrem männlich geprägten Umfeld
Brigitte Rindlisbacher behauptet sich im Spannungsfeld der beiden gegensätzlichen Organisationen und Kulturen — Organisationen, Institutionen und Kulturen zusammenzubringen und zu vernetzen ist eine ihrer grossen Stärken. Als Frau mit umfassender Erfahrung in Sicherheitspolitik ist sie als Referentin gefragt — insbesondere auch im Vorfeld zur Abstimmung über den UNO -Beitritt.
In ihrer Funktion trägt sie den Grad Oberst RKD und leistet Dienst in Uniform im Stab Sanität des Armeestabes. Sie hat die entsprechenden Lehrgänge der Armee besucht. In ihrer Scharnierstelle zwischen dem extrem männlich geprägten VBS und dem stark weiblich geprägten RKD gelingt es ihr, den Mehrwert interdisziplinärer Zusammenarbeit und Diversität sicht- und spürbar zu machen.
Erfolgreich auch nach der Pensionierung
Seit ihrer Pensionierung im Mai 2020 wirkt Brigitte Rindlisbacher unter dem Namen “Gemeinsam achtsam“ als Buchautorin, Naturfotografin, Brückenbauerin und Netzwerkerin: Die ausgebildete Resilienzberaterin übernimmt Mandate und sensibilisiert mittels eindrücklicher Aufnahmen von Pflanzen und Wildtieren die Leute zum Thema.
“Dank meinen vielseitigen Erfahrungen, Weiterbildungen und mitlitärischen Lehrgängen konnte ich im Beruf Schlüsselfunktionen auch ohne Matura übernehmen“
"Ich wurde von Vorgesetzten meist gefördert und war oft die 1. Frau in einer Funktion. Für die Männer war ich indes keine Bedrohung, da ich ihnen keine Jobs wegnahm. Jedoch erlebte ich — wie wohl jede Frau — Lohndiskriminierung. Im Vorstand bei BPW Club Bern leitete ich während 5 Jahren die entsprechende Arbeitsgruppe organisierte den jährlichen Equal Pay Day.
Eine meiner grössten beruflichen Herausforderung war eine Vorgesetzte, die meinen Zuständigkeitsbereich nicht wie erwartet und nicht wie nötig unterstützte. Ich hielt dennoch durch, weil die Sache es erforderte. Schliesslich wurde ich mit meiner Organisationseinheit innerhalb der Geschäftsstruktur am richtigen Ort unterstellt. Dieser Schritt wirkte sich sehr positiv auf die Weiterentwicklung und Ergebnisse meiner Arbeit aus. Die direkte Unterstützung durch die höchsten Instanzen war in allen Belangen spürbar."
Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen rät Brigitte Rindlisbacher:
“BPW-Mitglied wurde ich, nachdem ich als Referentin im Club Bern eingeladen war, die Angebote und Möglichkeiten überzeugten mich.“
"Gemeinsam achtsam"
078 758 07 50
E-Mail
Website
Bericht erstellt im 2023